Hirudotherapie – Blutegeltherapie

Seit Jahrtausenden bekannt, und in den letzten Jahren zunehmend beliebter, setzen Patienten ihr Vertrauen wieder vermehrt in die bewährte und effiziente Hirudotherapie. Volkstümlich ist sie auch besser unter dem Namen Blutegeltherapie bekannt.

Leech at work
Blutegel bei der „Arbeit“ – Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sucking_leech.jpg

Was passiert bei der Hirudotherapie?

Der wohl wichtigste Bestandteil in der Behandlung mit Blutegeln ist zweifelsohne das Speichelsekret der Tiere. Es enthält über 100 Substanzen, wovon wir derzeit aber erst von ca 1/4 die genaue Wirkung kennen. Zu den heute bekannten Wirkmechanismen der Blutegel zählen:

  • Die gerinnungshemmende Wirkung des Sekrets kann zu verbesserten Fliesseigenschaften des Blutes führen. Dies umso mehr, wenn das Blut eingedickt ist.
  • Auch zur Vorbeugung von Thrombosen (Blutverklumpungen) können die Blutegel ein angezeigtes Mittel sein. Durch den Einfluss auf die Innenwände der Blutgefässe und auf bestimmte Blutkörperchen können sich auch bestehende Blutklümpchen auflösen.
  • Klinische Studien zeigen grosse Erfolgsquoten bei Knie- und Daumensattelarthrosen. Dabei wird vor allem auch auf die schmerzlindernde Wirkung der Hirudotherapie verwiesen.
  • Die Blutegel können den menschlichen Körper beim Entwässern und Entgiften  unterstützen.
  • Durch den (kleinen) Blutverlust einer Egelbehandlung wird der Körper zur Produktion von neuem Blut angeregt. Diese ist jeweils ein sehr gutes Training für unser Knochenmark.

Welche Beschwerden können mit Blutegeln behandelt werden?

Die Blutegeltherapie eignet sich bei verschiedensten Beschwerdebildern wie bspw. Blutgerinnsel, Blutergüsse, Krampfadern, Venenentzündungen, Gefässerkrankungen, Rheuma, schmerzhafte Gelenkabnutzungen (z.B. Arthrosen), Zerrungen, Verstauchungen, Rücken- oder Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Ohrgeräusche und Furunkel. Des weiteren bei Tinnitus, Entgiftungen der Leber, Tennis- und Golferellbogen und bei Hexenschüssen.

Wo werden Blutegel überall eingesetzt?

Viele wissen gar nicht, dass Blutegel nicht nur in der Naturheilkunde eingesetzt werden, sondern auch z.B. an Universitätskliniken bei Blutstauungen in der Wiederherstellungs- und plastischen Chirurgie. Vor allem in Russland hat die Behandlung mit Blutegeln seit jeher Tradition und viele Spitäler führen dort sogar eine eigene Blutegelabteilung.

Was passiert beim Egel-Biss?

Während des Saugens nimmt der der Blutegel 10 bis 20 Milliliter menschliches Blut auf. Gleichzeitig spritzt er ein Sekret in den Körper des Patienten ein, welches verschiedene Substanzen mit heilsamer Wirkung enthalten. Sehr oft stelle sich schon nach einer oder wenigen Blutegelbehandlungen verblüffende und langanhaltende Erfolge ein. Dabei treten bei diesem natürlichen Verfahren nur selten unerwünschte Wirkungen auf.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Blutegelbehandlung findet in unserer Praxis statt und dauert ca. 1 – 2 Stunden. Du solltest am besten bequeme, weite Kleidung tragen. Die Tiere werden an einer Stelle aufgesetzt, die der Therapeut entscheidet. Zu Beginn der Saugphase entsteht ein leichtes Stechen und Brennen, in etwa mit der Berührung einer Brennessel vergleichbar. Innerhalb weniger Minuten lässt dieses dann meistens nach. Gleichzeitig spritzen die Blutegel ein Sekret in den Körper des Patienten ein, das die Ursache für die besonderen Wirkungen der Blutegel ist. Einmal festgesaugt bleiben die Blutegel an derselben Stelle sitzen und kriechen nicht umher. Erst wenn die Tiere satt sind, lassen sie los. Ein dicker Verband wird anschliessend angelegt, damit das Blut aufgesaugt werden kann. Die Nachblutung kann bis zu 24h anhalten und hat auch einen entstauenden Effekt.

Gibt es Begleiterscheinungen?

Eine Behandlung mit Blutegeln ist mit verschiedenen Begleiterscheinungen verbunden:

  • Nachblutung an der Bissstelle – diese ist normal und gehört mit zum Behandlungskonzept. Sie wird mit entsprechenden Verbänden behandelt und dauert in aller Regel 12h – 24h.
  • Veränderungen an der Bissstelle wie bspw. Rötungen und leichte Schwellungen. Die Wunde juckt und mitunter kommt es zu einem kleinen Bluterguss, der in aller Regel innerhalb einer Woche vollständig verschwindet.
  • Kreislaufreaktionen, wie leichte Schwindel, können auftreten. Daher solltest du dir nach der Behandlung Ruhe gönnen, viel liegen und trinken.

Wann darf man Blutegel nicht verwenden?

Zu den Kontraindikationen einer Blutegelbehandlung gehören Blutgerinnungsstörungen (angeboren oder erworben, z.B. Bluter, oder Blutverdünnung mit Cumarin-Derivaten, Marcoumar, Sintrom, Heparin oder bspw. Aspirin), sowie auch ausgeprägte Blutarmut. Ferner falls bekannte Allergien gegen Substanzen des Blutegelsekrets vorhanden sind.

Quelle: Hirumed GmbH und Kira Health GmbH