Schröpfen

Beim Schröpfen wird mittels Saugglocken (also mit einem Unterdruck) auf der Haut ein starker Reiz gesetzt. Setzt man den Schröpfkopf lokal (also ohne ihn zu bewegen), dann ist auch die Wirkung lokal. Bewegt man den Schröpfkopf hingegen, dann führt dies zu einer Schröpf-Massage.

Grundlage des Schröpfens ist die Verbindung zwischen Körperinnerem und -oberfläche. Über sogenannte cutiviscerale bzw. viszerocutane Reflexbögen besteht eine enge Verbindung zwischen der Hautoberfläche (bzw. den Muskelzonen) und den inneren Organen. Bekannt wurden in diesem Zusammenhang auch die sogenannten Head’schen Zonen.

Es wird unterschieden zwischen blutigem und unblutigem Schröpfen. Die Technik selber ist älter (weit über 5000 Jahre) als der Aderlass oder die Blutegel-Therapie, wenngleich sie auch eine Weile in Vergessenheit geriet. Sehr wahrscheinlich entstand sie bei den Urvölkern durch die instiktive Saughandlung bei Wunden z.B. infolge von Schlangenbissen, Schmerzen oder Entzündungen.

Unblutiges Schröpfen

Beim unblutigen Schröpfen werden einzelne Köpfe gesetzt (das Glas wird dabei kurz erhitzt und auf die trockene Haut aufgesetzt) oder eine Schröpfkopfgleitmassage durchgeführt. Bei letzterer muss die Haut mit einem Gleitmittel eingerieben werden.  Durch die Reizung wird die Haut (stark) gerötet. Diese Rötungen vergehen meist nach ein paar Stunden.

Ebenso entsteht beim Setzen eines Schröpfkopfs ein „Hämatom“, welches je nach Hauttyp bis zu drei Wochen sichtbar bleibt, bevor er sich zurückbildet.

Hämatome nach einer Schröpfkopf-Behandlung
Blutiges Schröpfen

Anders als beim unblutigen (trockenem) Schröpfen wird die betroffene Hautpartie zuerst desinfiziert. Danach wird dort die Haut mittels einer Hämostilette oder mit einem Einwegskalpell eingeritzt. An dieser Stelle wird dann der Einwegschröpfkopf gesetzt. Meist treten in der Zeit von ca. 10-15min ca. 0,5 bis 1ml Blut aus. Nach dem Entfernen des Schröpfkopfs wird erneut desinfiziert und ein kleines Pflaster angebracht. Im Gegensatz zum trockenen Schröpfen erfolgt hier eine Hämodilution – wie bei einem kleinen Aderlass.