Darmsanierung

Die Gesundheit des Menschen liegt im Darm verborgen

Schon unser Volksmund weiss, dass „die Gesundheit des Menschen im Darm verborgen liegt“. Und auch der berühmte Arzt Theophrastus Bombast von Hohenheim – besser bekannt als Paracelsus – hatte eine klare Ansicht über den Darm: „Der Tod sitzt im Darm“.

Unser Verdauungssystem hat  offensichtlich weit mehr Aufgaben, als die Verdauung und Produktion von Stuhl. In der mikrobiologischen Therapie und in der Naturheilkunde hat sich diese Erkenntnis schon lange durchgesetzt. Die Schulmedizin tat sich diesbezüglich immer wieder schwer und zweifelte die Wirksamkeit dieser Therapie an oder akzeptierte sie schlicht nicht.

Der Darm ist ein Multitalent

Oft einfach als banales Schlauchsystem abgetan, stellt der Darm im Prinzip die grösste Kontaktfläche zwischen der Aussenwelt und unserem Organismus dar. Durch die geniale Auffaltung der Darmmukosa entsteht in einem erwachsenen Menschen eine resorptive Gesamtfläche von 250 bis 350 Quadratmetern. Zum Vergleich: unsere Haut kommt da nur auf ca. 1.7 bis 2 Quadratmeter! Eine weitere „Kennzahl“, die aufhorchen lässt: im Darmtrakt befinden sich ungefähr zehnmal mehr Bakterien als Körperzellen! Ca. 400 verschiedene Bakterienstämme besiedeln unser innerstes Selbst jahrein und jahraus. Zwischen den Darmbakterien und dem Wirt besteht eine über die Jahrmillionen gewachsene Gemeinschaft mit gegenseitigem Nutzen (Symbiose).

Allergien, Neurodermitis und Co

In den letzten Jahren wurden immer mehr bahnbrechende Erkenntnisse veröffentlicht und dienen seither als Basis für die Behandlung von Darmentzündungen und anderen Krankheitsbildern. Denn auch Beschwerden, welche nicht auf Anhieb mit dem Verdauungstrakt in Verbindung gebracht werden, haben zumindest einen Zusammenhang mit einem gestörten Bakterienklima unseres Darms. Ob Allergien, Depressionen, Burnout, rheumatische Erkrankungen, Hauterkrankungen (wie bspw. Neurodermitis) oder sogar Autismus – wenn sich die Bakterienwelt im Darm verbessert, dann vermindern sich in aller Regel auch die Krankheitssymptome. Das Mikrobiom (also die Ansammlung von Mikroorganismen) in unserem Darm soll sogar en Insulinspiegel von Diabetikern normalisieren und so den Blutzuckerspiegel senken.

Darm stärken: Bauchirn und Immunsystem werden es danken

Bereits in den 1960er Jahren fand der bekannte Neurologe Michael Gershon heraus, dass das Serotonin hauptsächlich in der Darmschleimhaut, und nicht wie bis anhin angenommen im Gehirn gebildet wird. Diese und weitere Erkenntnisse publizierte er in diversen, wissenschaftlichen Arbeiten und später in seinem Buch „Der kluge Bauch – die Entdeckung des zweiten Gehirns“. Offensichtlich kann unser enterisches Nervensystem im Darm auch effektive Gedächtnisleistungen erbringen. Frühe Gefühlserfahrungen werden im Darm abgespeichert und über die Nervenbahnen ins Gehirn gesendet. Dort werden diese in bestimmte Gefühle übersetzt und in eine „Emotionsgedächtnisdatenbank“ gespeichert. Diese Tatsache und die offensichtliche Fülle an Datenautobahnen (Nervenbahnen) vom Bauch zum Hirn (oder auch umgekehrt) erklären eindrücklich, weshalb wir im Volksmund von „Bauchhirn“ oder auch „Bauchentscheid“ reden.

Etwa 80% des zellulären Immunsystems des Körpers befindet sich im Darm. Oder um etwas genauer zu sein: als Peyer’sche Plaques unter der Darmschleimhaut. Das zeigt auf, wie wichtig eine intakte Darmflora für unsere Gesundheit ist. Und wie äusserst sensibel unser ganzes System auf Stress reagiert.

Ein wichtiger Schritt zur Gesundheit – die Darmsanierung

Um allen seinen Aufgaben nachkommen zu können, benötigt unser Darm notwendigerweise:

  • eine intakte, bakterielle Besiedelung des Darms (Mikroflora)
  • eine ausreichende Bildung von Mucosaschleim und sekretorischem Immunglobulin A
  • eine unversehrte, intestinale Epithelzellschicht

In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedenste Präparate mit Bakterien (Pro- und Präbiotika) entwickelt und mit deren Hilfe auch grosse Erfolge erzielt. Ob chronische Infektanfälligkeit oder Neurodermitis – eine Behandlung mit Bakterien kann zum Erfolg führen. Das macht es auch für Laien reizvoll, sich selbst an einer Behandlung mit Probiotika zu versuchen. Aber vorsicht: nicht jedes Mittel ist für jeden Menschen gleichermassen geeignet. Ausserdem reicht es in vielen Fällen nicht aus, diese Probiotika ein paar Tage einzunehmen und darauf zu hoffen, dass alles wieder gut wird. Entscheidend ist meist eine vorgängige, saubere Labordiagnostik (Stuhlanalyse, Nitrostress), sowie die Abklärung weiterer, möglicher Mängel, bevor man loslegt. Jeder Darm ist einzigartig in seiner Zusammensetzung; entsprechend sollte auch die Lösung individuell sein.

Wir beraten dich gerne über die verschiedenen Möglichkeiten und zeigen dir einen Weg durch den Probiotika-Dschungel der verschiedenen (Darmsanierungs-) Präparate.